Ein leider häufig auftretendes Phänomen, dessen Ursachen nur äußerst sensibel begegnet werden kann. Manchmal kann es an nur allzu menschlichen Emotionen Einzelner liegen, die sich entweder unterlegen oder auch übergangen fühlen und aus diesem Grund Frust entwickeln, der sich dann in einer destruktiven Haltung entlädt. Doch auch das lässt sich meistens auflösen. Denn erfahrungsgemäß liegt es schlicht am fehlenden menschlichen und wertschätzenden Umgang im Team, der solche Entwicklungen begünstigt. Und darauf haben Führungskräfte oft mehr Einfluss, als ihnen bewusst ist.
Konkurrenz im Team kann beflügeln, zu Mehrleistung anspornen mit insgesamt positiver Wirkung auf die Gemeinschaft. Doch kippt dieser Antrieb um in Neid, wird die Stimmung im Team schnell toxisch. Neidische Mitarbeitende beginnen über andere zu lästern, stellen Einzelne bloß und verbreiten Gerüchte, bis hin zur Torpedierung der Zusammenarbeit. Die Folge ist ein angeschlagenes Betriebsklima, die Motivation leidet ebenso wie der Team-Output. Und oft übersehen: Auch das Vertrauen in die Führung schwindet, eine Atmosphäre allgemeiner Hilflosigkeit entsteht.
Führungskräfte brauchen gute „Antennen“ – und einen guten Kompass
Eine Führungskraft, die dieses Verhalten ignoriert, signalisiert damit, dass dieses Verhalten toleriert wird und verstärkt dadurch noch die destruktive Dynamik. Neid im Team ist kein „Kavaliersdelikt“, sondern ein ernstzunehmender Störfaktor für Zusammenarbeit und Motivation. Führungskräfte können Missgunst nicht vollständig verhindern – wohl aber entschärfen, indem sie fair anerkennen, transparent kommunizieren und ein Klima des Vertrauens fördern.
Neid ist oft ein Zeichen, dass jemand sich benachteiligt, übersehen oder unfair behandelt fühlt. Die größtmögliche Gleichbehandlung und Wertschätzung aller Mitarbeitenden durch eine Führungskraft ist die Voraussetzung dafür, dass Missgunst untereinander erst gar nicht entsteht. Um aus dem Gegeneinander wieder ein Gemeinschaftsgefühl und Miteinander zu schaffen. Dazu gehört ein direktes und anerkennendes Feedback-Verhalten, eine offene Gesprächskultur, die Leistungen fair bewertet und transparent sichtbar macht, wer und warum gelobt oder ausgezeichnet – oder auch kritisiert wird.
Ursachenbehebung von Neidgefühlen
Ziel ist in erster Linie die Bedürfnisse und eventuelle Sorgen der Teammitglieder zu erfragen, um den Auslöser der Unstimmigkeiten zu sehen. Und damit das Konfliktpotenzial besser einschätzen zu können, welches manchmal mit relativ einfachen Korrekturen in den Griff zu bekommen ist, wie zum Beispiel durch modifizierte Zeit- oder Zielvorgaben oder eine andere Aufgabenverteilung im Team.
Wo Neid im Job persönlichkeitsbedingt auftritt oder aufgrund einer beruflichen oder allgemeinen, auch privaten Unzufriedenheit, können Führungskräfte die Ursachen selten beseitigen. Dann bietet sich eine personelle Umstrukturierung und Neuzusammensetzung des Teams an. Oder als letztes Mittel disziplinarische Konsequenzen, um eine konstruktive Atmosphäre im Team wiederherzustellen.