Im englischsprachigen Raum ein feststehender Begriff, der auf die Nöte und Konflikte abzielt, die einen im mittleren Management erwarten. Die „Hölle“ hat ihren Ruf wohl zurecht, denn laut einer internationalen Umfrage unter 10.000 Büroarbeitern fühlt sich fast die Hälfte der mittleren Manager ausgebrannt, der höchste Wert von allen abgefragten Hierarchie-Ebenen. Kein Wunder, denn gerade diese Ebene, auch „Sandwich-Position“ genannt zwischen Untergebenen und der Führungsebene, wird heute immer stärker gefordert. Denn gut im Job sein reicht plötzlich nicht mehr, wenn dann auch noch Personalverantwortung dazukommt.
Ein typischer Fall ist der eines Teamleiters, der vor lauter „Mitarbeiterbetreuung“ und organisatorischen Aufgaben seine eigene Expertise – die ihn ja eigentlich in diese Position brachte – schwinden sieht. Gegenüber seinem Team, das ja ständig mit der rein fachlichen Materie Umgang hat und sich demzufolge weiterentwickelt, gerät er substanziell nach und nach ins Hintertreffen. Zum Beispiel wirkt sich oft der Kontaktverlust zur Technik aus, während man mit Führungs- und Koordinationsaufgaben alle Hände voll zu tun hat. Solches tritt häufig auf und sorgt bei Betroffenen schnell für Frust. Und nicht selten zu einer Situation, die weitere Aufstiegsmöglichkeiten sogar blockieren kann.
Führung läuft nicht nebenher
Ein Aufstieg auf der Karriereleiter bringt zwar Gehalt und Ansehen nach oben, hat aber seinen Preis: Viele klagen über den Druck zu permanenter Erreichbarkeit, über politische Machtspiele bis hin zur Übernahme von Verantwortung ohne echte Entscheidungsfreiheit. Führungsaufgaben im mittleren Management gehen oft mit einem hohen Maß an Selbstausbeutung einher. Kein Wunder, dass immer weniger junge Fachkräfte klassische Führungspositionen anstreben. Der Begriff des „Conscious Unbossing“ macht die Runde, sprich bewusster Verzicht auf klassische Chefrollen – was immer häufiger gerade in stark hierarchiegeprägten Unternehmen der Fall ist.
Doch das Ganze ist weniger ein Generationenproblem als vielmehr ein Führungsproblem. Organisationen müssen Verantwortungsträger heranziehen, gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel in Deutschland. Deshalb braucht es eine gut orchestrierte Hinführung in Führungspositionen. Besonders Personen, die aufgrund ihrer guten Leistungen aus dem Team heraus aufsteigen, tun sich oft schwer damit, plötzlich Vorgesetzte zu sein. Den adäquaten Umgang mit Kollegen und Kolleginnen zu finden, die richtige Distanz zur alten Rolle zu finden und sich nicht nur qua Beförderung als überlegen zu fühlen. Das ist, neben der Neuaufteilung der eigenen Arbeitszeit von Leitungs- und operativen Aufgaben, eine der heikelsten Herausforderungen für berufliche Aufsteiger.
Leitungserfahrung ist nicht von Anfang an da
Sie muss frühzeitig entwickelt werden und sollte diese fünf Aspekte berücksichtigen, die eine moderne und erfolgreiche Führung auch im mittleren Management ermöglicht – und die vor allem nicht auf dieser Ebene stehen bleibt:
- Führung muss wieder gestaltbar werden – nicht nur administrativ.
- Mikromanagement gehört konsequent abgeschafft
- Leadership darf mit Leben vereinbar sein.
- Fachkarrieren müssen genauso wertvoll sein wie Personalverantwortung.
- Gute Führung braucht Vorbilder, keine Heldengeschichten.
Diese Kompetenzen entstehen nicht nebenbei, sondern entwickeln sich durch gezielte Praxis und Reflexion. Eine praxisnahe Weiterbildung im Bereich Leadership und Management hilft Ihnen, diese Fähigkeiten systematisch aufzubauen und nachhaltig zu verankern.