Geht schlechtes Employer Branding?

Geht schlechtes Employer Branding? 

Um die Frage gleich vorweg zu beantworten: Ja, das geht!   

Wir brauchen uns alle nichts vormachen. Der Fachkräfte- und Arbeitermangel ist allgegenwärtig und der War of Talents tobt gerade auf allen sämtlichen Plattformen. Unternehmen möchten die besten, jüngsten Talente haben und am besten sofort. Um sich attraktiv zu gestalten, gehen viele Unternehmen neue Wege. Die kreativen und auch meist unkonventionellen Aktionen reichen von Social Media, hin zu Events, Messen oder Netzwerktreffen über Guerrilla Marketing Aktionen. Es gibt allerdings auch Unternehmen, die versuchen das System zu umgehen, indem sie ihre Marktmacht und Mitarbeitenden dazu nutzen neue, potenzielle Kollegen regelrecht anzulocken.  

Aber wie schaffen es solche Unternehmen Bewerbende zu bekommen?  

Dafür müssen wir uns als erstes die Reise eines Bewerbenden anschauen und die beginnt in den meisten Fällen online. Ein Impuls, ein inspirierender Beitrag oder ein guter Kontakt schafft es Leute auf sich aufmerksam zu machen, sodass sich potenzielle Bewerbende zumindest einmal mit dem Unternehmen auseinandersetzen. Ausschlaggebend sind hier folgende Kriterien für den Bewerbenden:  

  • Was sagen bestehende Mitarbeitende über das Unternehmen? 
  • Ist die Organisation authentisch? 
  • Bemüht sich das Unternehmen um seine Mitarbeitenden? 
  • Welches Bild wird mir als potenzieller Bewerber vermittelt? 

  

Diese vier Punkte bieten bereits große Angriffsfläche, um potenzielle Bewerbende hinters Licht zu führen.  

Auf Plattformen wie kununu, Google, Provenexpert oder Trustpilot können Bewertungen gekauft oder falsch sein. Schlechte bis mittelmäßige Scores werden mit Hilfe von bestehenden Mitarbeitenden oder Agenturen, die einem positive Bewertungen für eine bestimmte Summe beschaffen können, „aufgehübscht“. Ein Kollege aus unserem Team meinte, dass er dies bereits bei seinem alten Arbeitgeber live miterlebt hätte. Schlechte Rezensionen wurden mit Hilfe von Anwälten herausgeklagt oder, wenn der Geschäftsführer wusste, wer hinter einer bestimmten Bewertung steckte, hat er kurzerhand sein Handy gezückt und unter lautem Gezeter und teilweise auch Drohungen den Kollegen dazu angewiesen, dass er die Bewertung unverzüglich löschen oder in eine positive Bewertung umwandeln solle. Neue und bestehende Mitarbeitende wurden per Mail vom Geschäftsführer dazu angehalten innerhalb von 48 Stunden eine positive Rezension auf den gängigsten Kanälen abzugeben. Geschah dies nicht, stand dieser nach Ablauf der Frist bei demjenigen am Schreibtisch und hat gemeinsam mit dem Kollegen die Rezension geschrieben.  

Was auch fatal sein kann ist, wenn man auf den sozialen Netzwerken ein völlig falsches und unauthentisches Bild von sich an potenzielle Bewerber vermittelt. Auch hier haben wir ein internes Beispiel von einem unserer Kollegen aus dem Team. In dem Fall war es eine Werbeagentur, die nach neuen Azubis gesucht hat. Es wurde damit geworben, dass es wöchentliche Teamevents gäbe, eine Playstation mit großem Fernseher, offene und modern gestaltete Büroräume und ein super tolles Team, was sich blendend untereinander versteht.    

Wie sah die Realität aus? 

Im Bewerbungsgespräch wurde vom Geschäftsführer weiterhin dieses durchweg positive Bild aufrechterhalten und bei der Verabschiedung hat unser Kollege bereits eine Zusage bekommen. Beim Herausgehen traf er zwei Leute, die für die Agentur arbeiteten und als er sie ansprach und auf Nachfrage von den beiden von seinem Gespräch erzählte, mussten diese schmunzeln. Das letzte Teamevent ist schon über sieben Monate her, die PCs sind bereits über zehn Jahre alt und laufen sehr langsam, das Team untereinander ist bis auf Wenige zerstritten und die Playstation wurde den Mitarbeitenden weggenommen, weil die vom Chef kaputt gegangen ist und er diese selbst brauche. Man kann sich dann sicherlich vorstellen wie sich unser Kollege gefühlt hat.  

Fakt ist:  

Passt das nach außen dargestellte Bild des Unternehmens nicht zur gelebten Unternehmenskultur, kann man sich sicher sein, dass neue Mitarbeitende innerhalb der Probezeit das Unternehmen wieder verlassen werden. Das ist natürlich für beide Parteien sehr ärgerlich. Auf der einen Seite hat Das Unternehmen es endlich geschafft die vakante Stelle mit einem neuen Kollegen zu besetzen und kaum sechs Monate später muss diese Stelle nochmals ausgeschrieben werden. Jedoch ist der Bewerbende auf der anderen Seite durchaus missmutig, weil dieser Zeit und Mühe in ein Unternehmen investiert hat, was nicht zu ihm passt.  

Unser Tipp? 

Impulse aus dem Unternehmen sammeln von bestehenden Mitarbeitenden und authentisch bleiben. Nach den Meinungen der Belegschaft zu fragen ist nicht nur ein Zeichen des Respekts, sondern bietet auch viele Chancen neue Sichtweisen ins Unternehmen zu bringen und diese gewinnbringend für sich zu nutzen. 

Wer mehr über das Thema Employer Branding wissen möchte oder Fragen dazu hat, kann jederzeit folgende Webseite aufrufen und uns eine Nachricht über unser Kontaktformular senden:  
 
eb-experten.de